Signale

19.9.2013. Auf den großen Plätzen der Städte stehen im Sommer Straßenmusikanten unterschiedlicher Art. Akkordeonklänge wie rauschende Meereswellen auf dem wimmelnden Platz. Vor einem Musikladen vier junge Studentinnen in langen Abendkleidern, die Violinkonzerte spielen. An der zentralen Mariensäule erschallt plötzlich der Bayerische Defiliermarsch mit den Trachtlern des Musikvereins Eichenau. Um 17.00 Uhr setzt im Rathausturm das Glockenspiel ein. "Letzte Rose in meinem Garten". Das herbstliche Lied ist durchsetzt von ein paar falsch angeschlagenen Tönen, die anscheinend Niemanden stören.

Hören. Schmecken. Riechen. Tasten. Sehen. Aus den fünf Sinnen setzt  sich unsere Wahrnehmung der Außenwelt zusammen.

Doch das ist nicht alles. Das Gesamtbild wird ergänzt durch Assoziationen, Verknüpfungen mit früheren Eindrücken, deren Analyse und logische Bewertung durch den Verstand.

Dabei können Fehler entstehen, wenn die Wertmaßstäbe negativ sind oder das Zusammenwirken einzelner Elemente nicht richtig erkannt wird.

Eine große Inspiration bietet die Musik, oft nur ein Hintergrundgeräusch in dudelnden Radiosendungen mit schwätzenden Moderatoren.

Musik wirkt direkt auf Psyche und Emotionen, kann Rauschgefühle auslösen und deshalb auch als großer Manipulator eingesetzt werden, auf allen Gebieten: Politik, Sport, Religion, Volksfesten und zur Propaganda.

Klänge beleben die Phantasie, erzeugen neue Ideen und Lösungen.

So war es schon am Anfang aller Zeiten. Große Trommeln dienten als warnende Alarmsignale. Das Rauschen des Windes im Laub oder bei Unwettern regte an zur Entwicklung von Flöten. Das mechanische Metronom als Taktzähler steuerte den Rhythmus, der wiederum dem pochenden Herzschlag nachempfunden war.

In stillen Nächten, nach Mitternacht, im Halbschlaf scheint es so, als ob das Weltall schweigt. Doch das sind nur individuelle Wahrnehmungen. Niemals ruht der Kosmos, bewegt sich auch dort, wo es nicht sichtbar ist.