Hoch über der Isar


2.8.2013. Eine Außenterrasse am Hochufer der Isar, die aber erst nach ein paar hundert Meter zu sehen ist.


19.00 Uhr. Die Tische füllen sich rasch in der Dämmerung. Die Preise sind gemäßigt, das Angebot ist gut. Von drinnen aus dem Wirtshaus schallt gedämpfte Klaviermusik.


Chopin, Beethoven, nicht nach dem Notenblatt, sondern in freien Variationen. Beide Wirte wechseln sich am Klavier ab, und sie freuen sich über das ernst gemeinte Lob.


Die tiefgründigen Klänge der alten Meister beleben die Gedanken und feuern das Gespräch an.


Um 23.00 Uhr müssen alle „wegen der Nachbarn“ die Terrasse verlassen.


Drinnen sind noch ein paar junge Leute, die zu Scherzen aufgelegt sind. Einer lässt sich plötzlich fallen, als ginge es ihm schlecht Er wird von anderen mit einer roten Decke umhüllt und bemitleidet.


Dann springt er plötzlich auf und lacht herum. Eine inszenierte Schauspielerei.


Die blonde Kellnerin, die uns bedient, tanzt plötzlich Tango mit einer anderen Frau. Auch das gibt es in einem normalen Wirtshaus nicht.


Vermutlich sind es Filmstudenten, die hier in einer inszenierten Wirklichkeit auftreten, als wäre es die Realität.


Ein originelles gastronomisches Konzept, aber auch in anderen Zusammenhängen einsetzbar. Münchens Filmhochschule hat viele Talente, die nach einer Arbeit suchen.


Kurz vor Mitternacht singen sie „Happy Birthday to You“, dann kreisen Sektflaschen.
Wir bekommen zwei Schnäpse auf Kosten des Hauses, und dann ist es Zeit zu gehen.