Der See im Neujahrslicht

 

1.1.2014. Neujahrstag. Um 10.30 Uhr ist heute nicht viel Verkehr auf den Straßen. Nach der langen Silvesternacht ruht die Welt noch im Schlaf, erwacht ganz langsam und träumt dem neuen Jahr entgegen.

 

Unter tiefstehender Sonne und hellen Schäfchenwolken glüht der große See in dunkelblauen Himmelsfarben.

 

Das geräumige Ausflugslokal füllt sich nur langsam. Später sitzen dicke Jacken trotz der Kälte auf der kühlen Seeterrasse. Am anderen Ufer, in der Ferne leuchten kleine Orte, Märchenvillen. Die Menschen, die sie erbauten und dort residierten, sind schon lange fort.

 

Am Horizont das Hochgebirge. Die Bergrücken zeigen sich in wechselndem Licht, dunkel, silbern oder im geheimnisvollen Nebel.

 

Träume verarbeiten alles, was tagsüber drückt und drängt. Sie verblassen beim Erwachen rasch und spurlos, wenn sie nicht starke Zeichen schicken, deren Deutung hinweist auf größere, tiefere Antriebskräfte.

 

Die nächtlichen Urbilder wiederholen sich seit Millionen Jahren. Die Zeichen verweisen auf ewige Kräfte der Psyche und des Verstandes: Trauer, Melancholie, Hoffnung, Freude, Phantasie und Ideen spiegeln sich in ihnen,  deren Antrieb trotz aller Veränderungen der Außenwelt gleich bleibt im Inneren .

 

So wie auch die Regeln im Weltall sich nicht ändern, die stärker sind als alle irdischen Mächte.

 

Die Welt träumt dem neuen Jahr entgegen. Was es bringt, ist noch ganz offen. Unter froststarrer Erde verbergen sich die neuen Blüten. Die Tiere im Winterschlaf, die kahlen Bäume warten auf mehr Licht und Wärme.

 

In den Gedanken ist Vieles schon da, gewachsen aus Erfahrung und Erinnerung.

 

Auch andere Kräfte sorgen für Bewegung, neue Zeiten. Dazu die Blicke, die Gesichter, die seit Jahren schon vertraut sind.