Der Falkentraum

 

2.9.2013. Im mittelalterlichen Nibelungenlied träumt die Königstochter Kriemhild, sie hätte einen Falken aufgezogen. Dann kamen zwei Adler und zerrissen ihn vor ihren Augen.

Als sie davon berichtet, deutet ihre Mutter Ute das als Warnung vor einer Gefahr.

 

Die Traumforschung ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts der Auffassung, dass Träume keine Voraussagen enthalten, sondern aktuelle psychische Vorgänge verarbeiten, die sie mit Bildern der Vergangenheit und Gegenwart verknüpfen.

 

Ähnliches geschieht bei der Meditation, die sich auf ein bestimmtes Thema konzentriert, dazu sich löst vom Äußeren, Nebensachen abstreift und sich dem Inneren zuwendet.

Dann tauchen Bilder aus der Vergangenheit auf, wenn sie mit etwas Wesentlichem verbunden sind, ergänzt durch aktuelle Ereignisse, Begegnungen und ihre Bedeutung für das Gesamtpanorama, das sich öffnet.

 

Mit wachsender Erfahrung und einem erweiterten Wissen lässt sich Vieles deuten, das an der Oberflächliche glatt wirkt, doch in der Tiefe Geheimnisse bewahrt, die neue Zusammenhänge ergeben.

 

Mit Fakten, sogar mit Vermutungen und Voraussagen (Hypothesen und Prognosen) zeigt sich ein Gesamtgebilde, dessen Konturen und Strukturen vorher nicht klar erkennbar waren.

So wie bei der Zellteilung der Pflanzen und Tiere, bei der aus kleinen Knospen später hohe Bäume und große Lebewesen entstehen.

Welche Wirkungen  sie haben, ist entscheidend für die Bewertung, auch im Rahmen größerer Zusammenhänge und Organisationsformen.