An der Donau

  

16.8.2013. Ein Mittagessen im schattigen Nymphenburger "Kurgarten". Ganz spontan eine Idee: Neunzig Minuten auf der hitzeflirrenden Autobahn, und schon ist man in Regensburg.

Nach dem Verlassen der modernen, gleichförmigen Aussenbezirke beherrscht der mächtige Dom die Altstadt. Vor dem Hauptportal breiten sich mehrere Cafes nebeneinander aus, von denen aus man die vielen magischen Elemente der Fassade betrachten kann.

Historische Skulpturen, Bogenfenster, detaillierte Reliefs und Wasserspeier, die absichtlich realistisch gestaltet wurden, hinter deren Oberfläche sich aber die mächtige Bildersprache der Symbolik, Allegorien und Metaphern verbirgt.

Formen aus Stein, die seitdem auch die Nachgeborenen inspirieren.

Die Kirchenmusik von Bach, Bruckner, Mozart und vielen Anderen ist eine emotionale Umsetzung solcher Ideen und ein tiefer Spiegel der Psyche.

Eine Welt hinter den Bildern, die sich erkennen und deuten lässt durch Vergleiche mit ähnlichen Themen, Rückschlüsse,  Analysen und deren Auswertung.

Die Altstadt ist voll solcher Zeichen.

 

Nicht weit ist die Steinerne Brücke,  gebaut auf massiven Bogensäulen im 12. Jahrhundert. Im europäischen Mittelalter, das immer mehr zu blühen begann, nachdem die antiken griechischen und römischen Weltreiche ihre Kraft verloren und zusammenbrachen. 

Unter der alten Brücke strömt die Donau dahin, stetig und immer weiter, bis zur Walzerstadt Wien, mit ihrem rauschenden Weltklang von berühmten Melodien.

 

Der Nahverkehrszug für die Rückfahrt hat 40 Minuten Verspätung.  Auf dem Bahnsteig drängen sich immer mehr Leute, die  dann sogar in den Gängen stehen und sitzen, während Hitze auf den Zug knallt.

Bis alles sich auflöst,  in einem stillen Innenhof mit Renaissance-Arkaden, mit den Gedanken an den bilderreichen Tag vorher.